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Argumentieren

Aufgabenstellungen sollen nicht nur zum Forschen und Entdecken herausfordern. Sie sollen auch Kinder anregen, ihre Entdeckungen zu beschreiben, sie zu hinterfragen, zu erklären und zu begründen. Das sind wesentliche Aktivitäten, die das Argumentieren fördern und das Verstehen von mathematischen Inhalten unterstützen.


Die in der Abbildung dargestellten vier Bausteine können als grundschulspezifische Komponenten des Argumentierens verstanden und als Orientierung für die Gestaltung der Kompetenzentwicklung genutzt werden (vgl. Bezold 2010). Während der Grundschulzeit können Kinder in diesem Bereich folgende Kompetenzen erwerben:
  • mathematische Aussagen hinterfragen und auf Korrektheit prüfen,
  • mathematische Zusammenhänge erkennen und Vermutungen entwickeln,
  • Begründungen suchen und nachvollziehen.
 (vgl. KMK 2004, S. 8)

In der Unterrichtspraxis ist Argumentieren eng mit Kommuniktionsprozessen verbunden. Kinder entwickeln Argumentationen, wenn sie die eigenen Vorgehensweisen beschreiben und in Beziehung zu Lösungswegen anderer setzen und darüber reflektieren (Kommunizieren). Argumentieren und Kommunizieren sind wesentliche Bestandteile der Gestaltung eines sprachsensiblen Mathematikunterrichts. Dazu finden Sie auf der PriMakom-Seite Sprachförderung weitergehende Informationen und Anregungen.
 

Mathematische Aussagen hinterfragen und auf Korrektheit prüfen

Kinder sollen im Mathematikunterricht lernen, dass Entdecken und Erforschen immer auch mit Hinterfragen und Prüfen von Aussagen verbunden ist.

Das Kind soll prüfen, ob die Aussagen in dem Zeitungsartikel stimmen können.
Schauen Sie, wie es vorgeht.

Bereits mit Schulbeginn sind zunächst durch die Lehrperson entsprechende Aktivitäten zum Entdecken und Erforschen in der Lerngruppe zu initiieren. In Aufgabenstellungen könnten Aufforderungen wie "Kann das stimmen?" oder "Gilt das immer?" enthalten sein. Auf diese Art und Weise kann sich das Hinterfragen und Prüfen als Unterrichtskultur entwickeln.
 

Mathematische Zusammenhänge erkennen und Vermutungen entwickeln

In der Regel werden in der Grundschule Einzelbeispiele untersucht und erforscht. Aufforderungen wie "Untersuche deine Lösungen. Beschreibe, was du entdeckst. Findest du dafür eine Erklärung?" lenken die Aktivitäten der Kinder. Um Zusammenhänge zu entdecken und Vermutungen zu entwickeln, nutzen die Kinder ihre Fähigkeiten, Informationen zu entnehmen und ihr Wissen zum entsprechenden mathematischen Inhalt.
Entdeckte Auffälligkeiten werden gekennzeichnet, schriftlich bzw. mündlich beschrieben und daraus (vermutete) Strukturen bzw. Muster abgeleitet. Diese Arbeitsweisen sind als Teil von Argumentationsketten anzusehen und unterscheiden sich quantitativ und qualitativ bei den einzelnen Kindern.
 

Begründungen suchen und nachvollziehen

Beim Begründen wird der Wahrheitsgehalt von Vermutungen oder Aussagen untersucht. Das ist eine große Herausforderung für Grundschulkinder. Kinder können ihre Vermutungen zunächst an weiteren Beispielen überprüfen, ob sie anwendbar sind und keine Widersprüche auftreten. Ob eine (grundsätzliche) Verallgemeinerung zulässig ist, sollte gegebenfalls noch in Frage gestellt werden bzw. offen bleiben.
 
Wie Kinder vorgehen, möchten wir Ihnen beispielhaft an Erkundungen zu Reihenfolgezahlen zeigen.

Die Fähigkeiten zum Begründen werden sich entwickeln, wenn sie als integrierter Bestandteil der Entwicklung der Kompetenzen im Argumentieren betrachtet werden. Das bedeutet, dass mit Schulbeginn entsprechende Aktivitäten alters - und grundschulspezifisch durch die Lehrperson initiiert werden. Es ergeben sich dabei vielfältige Möglichkeiten der natürlichen Differenzierung.


Zum Nachlesen empfehlen wir Ihnen dazu auch zwei Handreichungen, die für das Projekt "Sinus an Grundschulen"  verfasst wurden:

Weitere Anregungen

Weitere Ausführungen und Anregungen für den Unterricht finden Sie auf den Seiten unserer Partnerprojekte:

KIRA
Prozessbezogenen Kompetenzen fördern - Beispielaufgaben

PIKAS
Haus 7 - Herausfordernde Lernaufgaben

 

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