Vom Raum in die Ebene und zurück - Darstellungsnetz nutzen

Kinder sind gefordert, immer wieder einen Wechsel vom Gegenstand (dreidimensional) in der Umgebung zum Bild (zweidimensional) und umgekehrt vorzunehmen. Im Hintergrund wurde deutlich, dass sich erst durch vielfältige Aktivitäten mit Körpern derartige Fähigkeiten entwickeln und das Sprechen über diese ein umfassendes Begriffsverständnis entwickeln kann. Dabei spielen vor allem die aktive und handelnde Auseinandersetzung und das Herstellen von Körpern eine zentrale Rolle.


In Anlehnung an den Einstieg und den Ausführungen im Hintergrund wird auf dieser Seite eine Lernumgebung beschrieben, in der Darstellungen von Körpern entstehen und diese in Beziehung zu einander gesetzt werden.

Dabei wird auf folgende Punkte eingegangen:
  • mögliche Aktivitäten/Aufgabenstellungen
  • Ziele
  • zentrale Hinweise für den Lehr-Lernprozess

Die folgende Lernumgebung eignet sich zur Durchführung in einem 4. Schuljahr. Es sind jedoch bereits vorbereitende Aktivitäten möglich, wie im Hintergrund beschrieben, sodass im Sinne des Spiralprinzips Kompetenzen erweitert werden können.

In der Lernumgebung steht der handlungsorientierte Umgangmit Körpern im Vordergrund, in dem Quader hergestellt, beschrieben und gezeichnet werden. Vor allem das Sprechen über die Körper und die Handlung an und mit ihnen stellt die zentrale Lerngelegenheit in Bezug auf die Ausbildung eines Begriffsverständnisses dar.

Im Folgenden sollen die einzelnen Aktivitäten beschrieben werden, indem die konkrete Aufgabenstellung für die Kinder erläutert und die darauf bezogenen Lernziele formuliert werden. Auch zentrale Lerngelegenheiten oder Schwierigkeiten werden benannt.

Als Material können Steckwürfel genutzt werden, die in der Regel mehrfarbig und in ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen sollten.

Baue einen Körper aus 36 Steckwürfeln - Eine Standortbestimmung

Baue einen Körper aus 36 Steckwürfeln.

Aufgabe: Kinder müssen sich zunächst eine Möglichkeit für die drei Dimensionen des Quaders finden.

Ziele:

  • Kinder sollen erkennen, dass es zu dieser Angabe verschiedene Körper gibt. 
  • Sie sollen andere Körper prüfen, ob sie der Vorgabe entsprechen.  
  • Sie erkennen einen multiplikativen Zusammenhang zwischen Länge, Breite und Höhe.

Wichtig: Es sollte im Vorfeld geklärt werden, dass es ein Vollkörper sein soll.

Vom Raum in die Ebene - Körper darstellen und beschreiben

Fertige einen ,,Steckbrief'' für dein Bauwerk an.

Aufgabe: Kinder überführen ihren realen Körper in zwei andere Darstellungsformen: Zeichnerische Darstellung wählbar. Zudem wird eine verbale Darstellung gefordert.

Ziele:

  • Es werden verschiedene Darstellungsformen zusammentragen und gegenübergestellt.
  • Die zeichnerischen und sprachlichen Fähigkeiten der Kinder werden geschult.

Wichtig: Begriffsklärung „Steckbrief“. Das ist für die Konkretisierung der Anforderungen entscheidend. Kinder einigten sich darauf, dass ein Foto (Zeichnung) und eine Beschreibung dazu gehören.

Anhand einer Beschreibung ein Bauwerk finden

Faltet die Steckbriefe so, dass nur Bild oder Beschreibung sichtbar sind. Ziehe einen Steckbrief. Nutze NUR die Beschreibung, um aus der Galerie der Körper den zugehörigen herauszufinden.

Aufgabe: Kinder überprüfen die „Treffsicherheit“ der Beschreibung.

Ziele: 

  • Eine verbale Darstellungsform nutzen, um einen realen Körper zu identifizieren (Darstellungswechsel). 

Wichtig: Gegebenenfalls ist eine Beschreibung zu vervollständigen bzw. zu korrigieren.

Vom Raum in die Ebene und zurück - Körpernetz erstellen

Wir wollen die Körper „verpacken“. Dafür steht dir (nur) ein A4-Blatt zur Verfügung.

Aufgabe: Nur ein A4-Blatt nutzen und ein Körpernetz für einen Quader herstellen. Der Weg dazu ist frei wählbar (abwickeln, messen und zeichnen).

Ziele:

  • Die Kinder finden für sich einen geeigneten Weg, um ein Massiv-Modell in ein Flächenmodell (Quadernetz) zu überführen.

Wichtig: Es gibt verschiedene Quadernetze zum gleichen Körper.

Darstellungen in Beziehung setzen

TEIL 1 - Reflexion zur Arbeitsphase:

Ausgangspunkt: Ein Quader aus 36 Würfeln bauen

Individuell: Woran erkennst du, dass die unterschiedlichen Darstellungen zu DEINEM Körper gehören? 

Gruppe: Woher kommt die Vielfalt der Lösungen? Findet Gemeinsamkeiten!

 

Aufgabe: Kinder setzen ihre Lösungen in Beziehung zueinander.

Ziele:

  • Kinder erkennen, dass es unterschiedliche Vorgehensweisen und mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt.
  • Kinder kennen unterschiedliche Darstellungsformen und können sie in Beziehung zueinander setzen.

Wichtig: Zeit einplanen, um den Austausch zwischen den Kindern (Kommunikation) zu ermöglichen. Darauf achten, dass Kinder ihre Aussagen begründen (Argumentieren).

 

TEIL 2 - Festigung:

Arbeitsprodukte der Kinder (gebauter Körper, Darstellung, Beschreibung, Netz) verteilen und mischen: 

Was gehört zusammen? 

Finde Quartetts! Begründe deine Auswahl. (Material: Körper, Steckbrief, Beschreibung, Körpernetz)

Weitere „Finde-Quartetts“: Suche Körper mit gleichen Kanten, Eckenanzahl, Flächenformen.

 

Aufgabe: Kinder suchen und finden die Zuordnungen.

Ziele: 

  • Geometrische Eigenschaften werden gefestigt und vertieft.
  • Kinder vollziehen mental einen Darstellungswechsel und beschreiben/begründen ihr Vorgehen.

Wichtig: Qualitative Unterschiede in der Bearbeitung werden sichtbar, sollten allerdings kein Hinderungsgrund für die Erteilung des Auftrags sein.

Die individuellen Arbeitsergebnisse der verschiedenen Teilaufträge ermöglichen weitere Betrachtungen und Kommunikationsanlässe: Ein Verpackungsproblem kreativ gelöst   

Gesprächsanlass zum Design von Verpackungen, Materialverbrauch (Kleberänder, Verpackungsmüll, …): Begründung der gewählten Darstellungsform

 

Der Fokus dieser Reihe richtetet sich auf verschieden Darstellungsmöglichkeiten eines Quaders und deren Beziehungen zueinander. In vergleichbarere Art und Weise kann man auch bei der Betrachtung anderer Darstellungsmodelle vorgehen.

Diese Reihe kann zudem Ausgangspunkt für vergleichende Betrachtungen von Körpernetzen unterschiedlicher Quadern sein bzw. eine Brücke zu Untersuchungen zu Körpernetzen anderer Körper bilden. Ein weiterer Weg wäre, die Betrachtungen des Quaders auf Oberfläche(ninhalt) und Volumen zu erweitern.